Pressemiteilung

Verbrenner- Aus und E-Mobilität. Das Eine tun und das Andere nicht lassen!

18.12.2025 | Die IG Metall Saarbrücken begrüßt die Entscheidung der EU-Kommission zur Flexibilisierung des sog. Verbrenner-AUS. Auch wenn diese Erkenntnis, den ursprünglichen unrealistischen Plan anzupassen, überfällig war, so wird diese Entscheidung für einige Betriebe zu spät kommen. Diese Entscheidung die bisherigen Regelung zu flexibilisieren und anzupassen ist zwingend erforderlich, wenn es darum geht die Industrie, damit die Wirtschaft und folglich auch unsere Gesellschaft zu stabilisieren.

Das Eine tun und das Andere nicht lassen ist kein Widerspruch, sondern die sinnvolle Herangehensweise zum Erhalt unserer industriellen Strukturen und tausender Arbeitsplätze.

Mit einer Perspektive über 2035 werden die Konsumenten vorerst von ihren Befürchtungen und Bedenken befreit, ebenso wie der weit verbreitete Eindruck, sie würden bevormundet werden. Dies löst nun hoffentlich zeitnah die Skepsis und Kaufzurückhaltung und beflügelt den Absatz unserer Automobilindustrie.

Die Stabilisierung der Auftragslage, insbesondere in der Zulieferindustrie sind maßgeblich für deren Zukunftsperspektiven im Transformationsprozess. Durch eine verbesserte Auftrags- und Ertragslage werden die Betriebe in die Lage versetzt, die notwendigen Investitionen in Zukunftstechnologie und Zukunftsprodukte auch tatsächlich realisieren zu können, was derzeit für eine Vielzahl an Betrieben nicht möglich ist.

Zugleich muss die Förderung der E-Mobilität als Zukunftstechnologie weiter erfolgen. Der Ausbau der Ladeinfrastruktur sowie der Ausbau von erneuerbaren Energien muss forciert werden. Darunter zählt es auch die getätigten Investitionen in Milliardenhöhe zu schützen, die bislang im Zuge des Technologierwandels eingesetzt wurden.

Eine klimafreundliche Industrie und Mobilität sind dabei weiterhin ein gemeinsames Ziel.

Das EINE:       Stabilisierung der Zulieferindustrie und Chance für Investitionen in
                        Innovation und Zukunft.

Das Andere:   Zukunftstechnologie im Bereich der E-Mobilität und Hybridisierung, sowie
                        Ausbau Ladeinfrastruktur etc. weiter voranzutreiben.

 

Die Reduzierung der Abhängigkeit von Rohstoffen und deren Verarbeitung, sowie von Technologien wie Hableiter und Mikrochips muss drastisch reduziert und zugleich muss unsere Industrie und Wertschöpfungskette geschützt bzw. gestärkt werden.

Dazu gehört unsere Zulieferindustrie, die Stahlindustrie ebenso wie die E-Mobilität.

Da wir in Europa und in Deutschland nicht mit derartigen Subventionen wie China agieren können, gilt es unsere Wertschöpfungskette zu schützen, weshalb wir das Prinzp von Local Content absolut begrüßen und unterstützen.

Das nach dem aktuellen Entwurf auch die Flottengrenzwerte u.a. mit grünem Stahl erreichbar sein sollen, ist ein wichtiger Schritt und das richtige Signal in der aktuell angespannten und wegweisenden Situation.

Anstatt wie der VDA in seiner aktuellen Stellungnahme wieder sehr destruktiv unterwegs zu sein und das Haar in der Suppe zu suchen, wären sie besser beraten, an ihre Mitgliedsunternehmen zu appellieren. Denn das Bekenntnis der Unternehmen zum Standort Deutschland und zum Erhalt der Beschäftigung würde Sicherheit bieten. Sicherheit für Menschen, denen es dann auch ermöglicht wird in Zukunft zu investieren, wie z.B. die Anschaffung von Neufahrzeugen.

Wir haben uns gemeinsam mit dem VDA und den Unternehmen der Automobilbranche für die Flexibilisierung des Verbrenner-Aus stark gemacht.

Ebenso konnten wir zahlreiche und wichtige Instrumente mit Nachdruck auf der politischen Ebene platzieren, wie z.B. Förderung von Kaufprämien für Menschen mit geringem Einkommen oder die Verlängerung der Kurzarbeit auf die Dauer von 24 Monaten u.v.m.

Dies haben wir aber nicht getan, um die Verlagerungspläne der Unternehmen auch noch gewinnbringend zu unterstützen, sondern um Perspektiven für die deutschen Standorte und deren Beschäftigten zu ermöglichen.

Der Vorschlag der Kommission greift Forderungen der IG Metall auf: Hybride laufen lassen, Local Content vorantreiben, deutliche Förderung europäischer Batterieproduktion, Quoten für grünen Stahl, die Orientierung hin zu kleinen, bezahlbaren Fahrzeugen. Die Klimaziele stehen, sollen aber auf anderem Wege erreicht werden. Auch wenn der Teufel hier im Detail des Gesetzgebungsprozesses liegt, müssen die deutschen Hersteller jetzt klare Strategien finden, die diese Vorgaben erfüllen und Arbeitsplätze sichern.

Lokalpatriotismus ist aber nicht nur bei den Unternehmen und Konzernen angesagt, sondern auch bei staatlichen Einrichtungen, wenn es darum geht neue Fahrzeuge anzuschaffen. Daher kritisieren wir, wie kürzlich bekannt wurde, dass staatliche Institutionen die Absicht verfolgen Fahrzeuge aus nicht lokaler Fertigung und unter dem Aspekt von Local Content Kriterien beschaffen zu wollen.

Mit der Entscheidung der EU-Kommission haben wir nun einen weiteren Schritt in Richtung Zukunft mit einem realisierbaren Fahrplan erreicht, bei dem die große Chance besteht mit klimafreundlichen Technologien den Klimawandel effektiv anzugehen, wenn Politik, Unternehmen und Beschäftigte gemeinsam an einem Strang ziehen.

Von: sos

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